PRESSE
M I T T E L L O G E . D E ( D R E S D E N )
Eine Überraschung gleich zu Beginn bot Jürgen Linn, der (...) ersetzte, als verschlagener, perfekt intonierender Telramund. Seine Stimme besitzt den genau richtigen Charakter und die passende Klangfarbe für die Rolle. Gleichzeitig war sie mit genügend Durchschlagkraft gesegnet, um den z.T. zu machtvollen Klängen aus dem Orchestergraben die Stirn zu bieten.
F O R U M . F E S T S P I E L E . D E ( H A M B U R G )
Noch einmal zu Linn: er war für mich die Entdeckung des Abends. Szenisch enorm präsent, gestisch und mimisch für einen Sänger erstaunlich agil und variabel, mit Mut zu unsympathischer Drastik. Dem entsprach auch sein Gesangsvortrag: bissig, oft heftig, mit großen dynamischen Kontrasten und vielen Ausdrucksnuancen. (Würde man ihn nur hören, erschiene sein Vortrag vielleicht allzu unruhig; in der Zusammenwirkung mit der szenischen Darstellung passte alles auf den Punkt.) Die Stimme selbst ist relativ hell und klar konturiert, in allen Lagen resonant, mit beachtlichen Reserven. Dazu kommt, wie gesagt, eine vorbildliche Artikulation.
Linns Leistung war an diesem Abend auch die glänzendste Rechtfertigung von Konwitschnys Regie.