PRESSE
Hans Sachs
NÜRNBERGER NACHRICHTEN
Dass aus der nicht gerade unproblematischen Festoper ein sechsstündiges Opernfest wurde, ist einigen glücklichen Umständen zu danken. Zum einen dem glänzenden Rollendebüt von Jürgen Linn: von den Verschleiß-Spuren, die sein Bariton durch den multiplen Einsatz in der Kloke-Ära erlitt, ist nichts mehr zu hören. Mit großer rhetorischer und spielerischer Intelligenz gestaltete er ein umjubeltes Bühnen-Comeback: Dieser Sachs ist ein schalkhafter, emotionaler, gar nicht balsamischer Philosoph, zugleich ein überzeugter und überzeugender Reformer und vor allem ein wunderbarer Strippenzieher. „Flieder"- wie „Wahn"-Monolog gerieten zu Höhepunkten.