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D E R N E U E M E R K E R
Jürgen Linn, der Kontrahent um Sophie konnte (…) mit seiner spontanen spielerischen Ader, locker natürlichem Wiener Akzent und nach einer kurzen Anlaufzeit seine vollen Qualitäten entwickelndem Bass ebenbürtig Paroli bieten. Vor allem die Sattheit seiner vollen und warmen Tiefe ließ in den entsprechenden Passagen besonders aufhorchen. Der inzwischen international in den großen deutschen Partien gefragte Sänger gehört auch zu jenem Kreis an Künstlern, die trotz erstklassiger Leistungen zu wenig Renommee erlangen.
D E R O P E R N F R E U N D
Und was für ein hervorragender Ochs auf Lerchenau war doch Jürgen Linn. Hier haben wir es endlich einmal mit einem Bass-Bariton zu tun, dem sowohl das tiefe ‚c’ als auch das hohe ‚gis’ in gleichem Maße trefflich zur Verfügung stehen. Die Tiefe, die bei so manchem Ochs-Vertreter nur in heißer Luft besteht, kam bei ihm voll und prägnant. Auch die hohen Töne produzierte er rund und schön. Schauspielerisch lieferte er ebenfalls ein köstliches Rollenportrait des jung gebliebenen, ungehobelten Barons.
B A D I S C H E S T A G B L A T T U N D K U L T I V E R S U M . D E
Jürgen Linn vermittelt souverän den Charakter des Barons, der in aller Offenheit hinter jedem Rock her ist und tatsächlich glaubt, seine polternde Chuzpe würde weltmännisch wirken. Seinen klangvollen Bariton setzt Linn gekonnt farbenreich ein, um den Ochs hörbar vom großspurigen Auftreten zum Erschrecken angesichts der geplatzten Hochzeit mit Sophie zu führen.
P F O R Z H E I M E R Z E I T U N G
Gar nicht roh und widerwärtig, eher hemdsärmelig und lecker gibt Jürgen Linn den Ochs. Auch vokal vermeidet er erfreulicherweise eine allzu derbe Diktion.
M O R G E N W E B . D E
Als Ochs von Lerchenau trumpft Jürgen Linn auf, wenn er diesen Baron auch in der anzüglichen Derbheit und lustvollen Säuferei "menschlich" wirken lässt; sein prächtiger Bariton bleibt dabei optimal beweglich.
P A M I N A - M A G A Z I N . D E
Jürgen Linns Bariton (mit bemerkenswert satter Tiefe) klingt beinahe schon zu nobel und zu kultiviert für den Baron Ochs von Lerchenau; eigentlich erwartet man an dieser Stelle Derbheit und Grobschlächtigkeit. Die Figur bewegt sich jedoch genau unterhalb der Grenze zur Überzeichnung, und darin liegt Größe, denn Gleichgültigkeit und Arroganz machen sich erst ganz allmählich bemerkbar. Der Baron glaubt das "lerchenauische Glück" stets auf seiner Seite - egal, was er tut.
S T U T T G A R T E R Z E I T U N G
Beeindruckend ist auch das Rollenporträt Jürgen Linns, der für den Ochs die richtige Mischung aus Überheblichkeit und derber Volkstümlichkeit findet.